Warum bloß nachhaltig?

Ich befinde mich schon seit langem auf der Seite der Menschen, die sich dem Ökologischen verschworen haben: bei Nahrung sowieso, bei dem Rest von weniger zu immer mehr. Als Konsument ist das ja auch recht einfach: ich kann direkt wählen, in welchen Laden ich gehe und meine Ware einkaufe. Und welche Ware ich kaufe.
Leben kann so einfach sein.
Ist es aber nicht.

Denn es geht um mehr als nur um meinen Konsum: es ergab sich mehr oder minder plötzlich der Umstand für mich, ein Einzelhandelsgeschäft zu betreiben. Ich kam in die missliche und hervorragende Lage, den Menschen Konsumgüter zu verkaufen.
Sehr direkt kam die Frage auf, welche Produkte will ich denn an die KosumentInnen bringen? Ich hatte also die Seite gewechselt, vom Käufer zum Verkäufer. Vom Konsumenten zum Vorselektierer.

Stellt sich mir also direkt die Frage, was ich denn anbieten will. Welche Basis finde ich in mir, die ich gern nach außen bringen will? Siehe oben: ich komme nicht ums Ökologische herum. Will ich auch gar nicht, denn verantwortungsvolles Handeln (im Sinne von Tun aber auch von Handel) hat immer Nachhaltigkeit und die Einwirkung auf die Umwelt im Blick.
Für mich ist es gar keine Frage des Ob, sondern des Wie.
Mit dem Betrieb eines Ladengeschäfts habe ich viel mehr Möglichkeiten, Einfluss zu nehmen. Die Vorauswahl, die ich treffe, ist der Schlüssel.

(Allerdings sei hier darauf hingewiesen, dass mir mehr als bewusst ist, mit Notwendigkeiten konfrontiert zu sein, die das Leben so mit sich bringt: Haltung ist eine feine Sache, sofern sie auch dein Konto füllt. Miete und Mitarbeiter wollen bezahlt werden, essen will ich auch was, die eigenen Kinder müssen versorgt werden. Der ganz normale alltägliche Zwang eben.)

Egal wie ich es wende, von welcher Seite aus ich es betrachte, das Ergebnis ist immer dasselbe:
NÜTZT JA NIX! Es gibt keine andere Möglichkeit, Jammern hilft nicht.

Taten statt Worte

Gesa, meine Frau

Hallo Welt! Schön, dass du noch da bist.

So klar ist mir ja nicht, wie lange das noch so sein wird, aber die Hoffnung stirbt ja schließlich immer zuletzt. Aber sie stirbt!

Dazu gibt er (Zeus) dem Menschen die Hoffnung: sie ist in Wahrheit das übelste der Übel, weil sie die Qual der Menschen verlängert.

Friedrich Nietzsche

Leider muss ich dem zustimmen, denn wir ertragen mehr, wenn wir der Hoffnung sind, dass es am Ende besser wird. Da wir das Ende ja nicht sehen, sondern höchstens ahnen (oder eben erhoffen) können, bleiben wir beim Alten. Selbst wenn das quälend ist, wir nehmen die bekannte Qual in Kauf anstatt das Unbekannte, das ohne Qual sein könnte, zu versuchen.

Die große Herausforderung also ist, trotz all der Schrecken und der Grauen frohen Mutes die Hacken in den Teer zu schlagen, die Ärmel hoch zu krempeln und die Änderung anzupacken. Wenn ich nicht will, dass es bleibt, wie’s ist, muss ich es ändern.

Taten statt Worte

Gesa, meine Frau